Regenwasserpfad
Jovyplatz - Wittringer Mühlenbach

Abschnitt Ringallee

Der Wittringer Wald als Schwamm für
das Niederschlagswasser der Stadt

Abschnitt Ringallee: Reinigungsanlage, Stauraumkanal und Auslauf in den Wittringer Mühlenbach

Die Hausdächer und Straßen rund um den Jovyplatz bis hinunter zur Gildenstraße gehören zu einem von vielen Projekten zum nachhaltigen und umweltgerechten Umgang mit Regenwasser im Gladbecker Stadtgebiet.

Das anfallende Regenwasser wird ab der Gildenstraße über eine Reinigungsanlage einem Stauraumkanal unter der Ringallee zugeführt. Das dort aufgestaute Wasser wird einerseits in den Wittringer Wald zur Bewässerung und andererseits gedrosselt in den Wittringer Mühlenbach eingeleitet.

Im Wittringer Wald gibt es auf der Ringallee insgesamt 3 Stationen, an denen in unterirdischen Bauwerken Regenwasser behandelt wird.

 Standort

51°34'02.3" N 6°59'01.1" E

Technische Daten

489 m

Gesamtlänge


1.000

Stauraumvolumen


47.600

abkoppelbare Fläche


3.500.000

Baukosten


WDR-Beitrag in der Lokalzeit Ruhr vom 12.08.2020

Reinigungsanlage

 | Hintergrund

Grund- und Regenwasser sind durch Klimaänderungen und durch Menschen verursachte Einflüsse starken Belastungen ausgesetzt. Schad- und Nährstoffeinträge sowie die zunehmenden Flächenversiegelungen wirken sich negativ auf die Grundwasserqualität aus. Das abfließende Regenwasser von Dach-, Hof- und Straßenflächen sollte bevor es in ein Gewässer eingeleitet wird, vorbehandelt werden, da die enthaltenen Schad- und Nährstoffe sowie Fein- und Grobstoffe den Boden und das Grundwasser belasten können. Das Ingenieuramt der Stadt Gladbeck hat an diesem Standort eine unterirdische Reinigungsanlage errichtet.

Funktionsweise

Die im Regenwasser mitgeführten feinen oder groben Feststoffe werden durch Sedimentation (Absetzen der Stoffe) aus dem Wasser entfernt. Die Rohre der Sedipipe-Anlage stehen ständig unter Wasser (Dauereinstau). Im Falle eines Regenereignisses werden die im Gegengefälle verlegten Rohre langsam und gleichmäßig vom Start- bis zum Zielschacht mit dem Regenwasser durchflossen. Die in den Rohren eingebauten Strömungstrenner sorgen dafür, dass die mitgeführten Feststoffe durch den unteren Strömungstrenner entfernt werden. Der obere Strömungstrenner dient dazu - nur im Haveriefall – Benzin und Öle aus dem Regenwasser abzuscheiden.

Wirtschaftlichkeit

Geringer Platzbedarf: Die Sedipipe-Anlage beansprucht weniger Platzbedarf als ein Regenstaubecken. Beim Bau der Anlage sind weniger Erdarbeiten zu tätigen. Durch den kompletten unterirdischen Einbau der Anlage kann die Oberfläche für andere Nutzungen gestaltet werden. In diesem Fall konnte die Umwelt bewusst geschont werden z.B. durch weniger Baumfällungen.

Geringe Wartungskosten: Die Anlage kann mit der üblichen Kanalspültechnik gereinigt werden. Der Schlamm wird dabei aus dem Startschacht abgesaugt. Die Sedipipe-Anlage wird danach einmal durchgespült und ist sofort wieder einsatzbereit.

 Impressionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stauraumkanal

 | Hintergrund

Große Mengen unverschmutztes Regenwasser senken den Reinigungsgrad unserer Kläranlagen und können in oberirdischen Gewässern zu hydraulischen (z.B. Hochwasser) und ökologischen Problemen führen.

Um auch bei Starkregen eine sichere Ableitung des Niederschlagwassers sicherzustellen, wurde unter der Ringallee vom Spielplatz an der Gildenstraße bis kurz vor den Einlauf in den Wittringer Mühlenbach ein Stauraumkanal DN 2000 gebaut. Dieser Stauraumkanal ist in 2 Kaskaden von 170 m und 140 m Länge unterteilt. Hier können ~1000 m³ Wasser aufgestaut werden. Das Kaskadenbauwerk bildet den Mittelpunkt des Stauraumkanals

 

Am Ende der letzten Kaskade erfolgt eine gedrosselte Ableitung des Niederschlagwassers in den Wittringer Mühlenbach. Die gedrosselte Einleitung schützt das Gewässer vor Überlastung. Im Kaskadenbauwerk selbst ist eine Tauchpumpe integriert, die bei starken Regenfällen über eine Druckrohrleitung und ein Grabensystem Regenwasser in den Ehrenmalteich pumpt.

 Impressionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Stauraumkanal ist in zwei Kaskaden von 170 m und 140 m Länge unterteilt.
Bei einem Durchmesser von rund 2 Metern können etwa 1000 m³ Wasser aufgestaut werden.  

 Katja Rengers, Ingenieuramt, Unterhaltung und Betrieb von Straßen und Kanälen  

Auslauf Wittringer Mühlenbach

 | Hintergrund

Eine der wichtigsten Quellen im Wasserkreislauf ist das Regenwasser, welches zur Erhaltung und zur Auffüllung der Gewässer dient. In stark bebauten Gebieten ist eine ortsnahe Rückführung des Regenwassers in den natürlichen Wasserkreislauf ein nachhaltiges und umweltgerechtes Vorhaben zum Umgang des Regenwassers.

Die Stadt Gladbeck leitet hier das angefallene und gereinigte Regenwasser aus dem Gebiet rund um den Jovyplatz / Gildenstraße ein.

Die Kanalisationen der dazugehörigen Straßen wurden seit 2014 zum Trennsystem umgebaut. Weitere Straßenzüge werden in den nächsten Jahren folgen.

 Impressionen

Haben Sie Fragen zur privaten Grundstücksentwässerung?

Informationen zur privaten Grundstückentwässerung erhalten Sie direkt unter Nummer des Ingenieuramt der Stadt Gladbeck.

+49 2043 99-1666